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Vitamin D hat vor allem in den Wintermonaten Hochkonjunktur. Laut Umfragen nehmen etwa ein Drittel der Deutschen mindestens einmal wöchentlich ein Vitamin-D-Präparat ein. Doch wie sinnvoll ist das? Ein Video, das im Rahmen eines Tests von ARD/ZDF produziert wurde, beleuchtet das Thema umfassend. Wir fassen die wichtigsten Erkenntnisse für Sie zusammen.
Was macht Vitamin D so besonders?
Vitamin D, das sogenannte Sonnenvitamin, spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel. Es unterstützt die Kalziumaufnahme, fördert den Knochenaufbau, stärkt die Muskeln und das Immunsystem. Im Gegensatz zu anderen Vitaminen kann der Körper Vitamin D mithilfe von Sonnenlicht selbst herstellen. Doch in den Wintermonaten reicht das Sonnenlicht in Deutschland oft nicht aus.
Vitamin D für Kinder – sinnvoll oder übertrieben?
Bei Babys und Kleinkindern empfehlen Ärzte eine Vitamin-D-Supplementierung, um Rachitis, eine Erkrankung des Skeletts, zu vermeiden. Kinderärzte betonen, dass die Nahrung oder Muttermilch in den ersten Lebensmonaten meist nicht genug Vitamin D enthalten und Babys zudem durch Kleidung und Sonnenschutz kaum UV-Strahlung aufnehmen können. Daher wird eine Vitamin-D-Gabe bis zum zweiten Lebensjahr empfohlen.
Risikogruppen bei Erwachsenen
Ein Vitamin-D-Mangel betrifft besonders Menschen mit eingeschränkter Sonnenexposition, darunter:
- Personen, die aus religiösen oder kulturellen Gründen verhüllende Kleidung tragen.
- Pflegebedürftige, chronisch Kranke oder Senioren.
- Menschen mit dunklerer Hautfarbe, da diese weniger effizient Vitamin D bildet.
Die Vitamin-D-Debatte: Brauchen gesunde Menschen Präparate?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen eine tägliche Zufuhr von 800 internationalen Einheiten (I.E.). Diese Menge lässt sich jedoch nur schwer über die Nahrung decken: Zum Beispiel bräuchte man dafür täglich 125 Gramm Lachs oder 14 Eier. Doch ein kurzer Aufenthalt in der Sommersonne reicht oft schon aus, um die Speicher zu füllen.
Laborwerte können Mängel diagnostizieren, doch die Schwellenwerte sind umstritten. Während staatliche Stellen wie das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Wert ab 20 Nanogramm pro Milliliter Blut als ausreichend ansehen, beginnen private Anbieter oft erst bei 40 Nanogramm.
Gefahren einer Überdosierung
Hohe Vitamin-D-Dosen können schaden. Da es fettlöslich ist, wird ein Überschuss nicht einfach ausgeschieden. Zu hohe Spiegel können zu Organverkalkungen, Nierensteinen oder einer gestörten Insulinregulation führen. Experten warnen, dass eine Langzeit-Einnahme von mehr als 4.000 I.E. pro Tag riskant ist.
Das Vitamin-D-Geschäft
Vitamin-D-Präparate boomen. 2022 gaben Deutsche fast 2,7 Milliarden Euro für Nahrungsergänzungsmittel aus. Hersteller werben nicht nur mit Tabletten, sondern auch mit angereicherten Lebensmitteln wie Smoothies oder Joghurt. Doch nicht alle Produkte halten, was sie versprechen. Zudem besteht die Gefahr der Überdosierung, insbesondere bei Kindern.
Der Placeboeffekt: Spürbare Wirkung oder Einbildung?
Einige Menschen berichten von einer besseren Stimmung oder mehr Energie nach der Einnahme von Vitamin D. Doch Psychologen weisen darauf hin, dass dies oft auf den Placeboeffekt zurückzuführen ist: Allein die Erwartung, dass ein Präparat hilft, kann Wohlbefinden steigern.
Fazit: Wann ist Vitamin D sinnvoll?
- Medizinische Notwendigkeit: Bei diagnostiziertem Mangel oder für Risikogruppen ist eine Supplementierung sinnvoll.
- Prävention: Ohne medizinische Indikation sollte man auf eine gesunde Ernährung und regelmäßige Aufenthalte im Freien setzen.
- Warnung vor Überdosierung: Nahrungsergänzungsmittel sollten nur in Maßen konsumiert werden.
Eine ausgewogene Lebensweise mit Bewegung und frischer Luft bleibt der beste Schutz vor Vitamin-D-Mangel – und vielen anderen Gesundheitsproblemen.