Mittel gegen Haarausfall im Test

In Deutschland leiden knapp 40 % der männlichen und 20 % der weiblichen Bevölkerung unter Haarausfall und dem damit einhergehenden Leidensdruck.

Aber Betroffene müssen nicht verzweifeln, denn je nach Art des Haarausfalls können eine ganze Reihe von Mitteln gegen Haarausfall den Haarverlust begrenzen. Was können Sie also tun, um gegen den ungewünschten Haarverlust vorzugehen? Wir zeigen Ihnen, welches Mittel gegen Haarausfall wirklich hilft und welche alternativen Behandlungsmethoden sich beim Kampf gegen lichter werdendes Haar eignen.

Die richtige Behandlung von Haarausfall

Behandlungsmöglichkeiten bei Haarausfall

Die richtige Behandlung von Haarausfall richtet sich nach der jeweiligen Art des Haarausfalls. Denn bei Haarverlust wird zwischen verschiedenen Arten und Ursachen unterschieden.

So kann bei bestimmten Formen bereits ein spezielles Haarserum oder Shampoo eine Wirkung zeigen, wobei bei anderen Arten eine medikamentöse Behandlung in Betracht zu ziehen ist.

Erblich bedingter bzw. anlagebedingter Haarausfall verlangt beispielsweise eine ganz andere Herangehensweise als Haarausfall aufgrund der Lebensumstände.

Und auch die geschlechterfrage ist bei der Therapie von Haarausfall nicht unwichtig, denn die Gründe für Haarausfall bei Männern und Frauen können sehr unterschiedlich sein.

Für die Suche nach einem geeigneten Mittel ist es daher vor der eigentlichen Therapie das A und O, dass Sie wissen, von welcher Form von Haarausfall Sie betroffen sind.

Arten und Ursachen

Arten von Haarausfall

Für Haarausfall kommen viele unterschiedliche Ursachen und Formen in Betracht. Vor der Frage unter welchem Haarausfall Sie leiden, ist abzuklären ob Sie überhaupt von einem behandlungsbedürftigen Haarausfall betroffen sind. Denn erst wenn täglich mehr als 100 Haare über einen längeren Zeitraum ausfallen, spricht man von einem therapiebedürftigen Haarverlust.

Als Auslöser kommen neben anlagebedingten Gründen auch äußere Faktoren wie Stress, Trauer oder eine falsche Haarpflege in Betracht. Und auch hormonelle Schwankungen in und nach der Schwangerschaft oder die Wechseljahre können Haarverlust begünstigen.

Generell wird zwischen vier Arten von Haarausfall unterschieden. Dem erblich bedingten, dem hormonell bedingtem, dem diffusen und dem kreisrunden Haarausfall.

Erblich bedingter Haarausfall

Die verbreitetste Form von Haarausfall ist der erblich bedingte Haarausfall. Die Symptome dieser anlagebedingten Form können bereits in sehr jungen Jahren zum Vorschein kommen, steigern sich jedoch mit zunehmendem Alter.

Ein Indiz für erblich bedingten Haarausfall sind voranschreitende Geheimratsecken und dünner werdendes Haar am oberen Kopf, bis nur noch Haare in Form eines Haarkranzes übrig bleiben oder eine komplette Glatze entsteht. Bei Frauen zeigt sich diese Art des Haarverlusts mit einem lichter werdenden Scheitel.

Verantwortlich für den Haarverlust ist eine genetische Überempfindlichkeit gegenüber dem körpereigene Hormon DHT (Dihydrosteron), welches zur Folge hat, dass Haarfollikel verkümmern.

Hormonell bedingter Haarausfall

Schwangerschaft, Wechseljahre oder die Einnahme der Pille bringen den weiblichen Hormonhaushalt ordentlich durcheinander. Nicht ohne Folgen, denn Haarausfall aufgrund Hormonschwankungen ist bei Frauen besonders häufig anzutreffen.

Diffuser Haarausfall

Für diffusen Haarausfall ist es charakteristisch, dass nicht einzelne Regionen des Kopfes klar vom Haarausfall abzugrenzen sind, sondern die gesamte Kopfregion betroffen ist. Das Haar wird dünner und lichter, lässt aber kein sichtbares Muster erkennen.

Als Gründe kommen unter anderem psychische oder körperliche Probleme, ein Nährstoffmangel, Infektionen oder Erkrankungen wie Schuppenflechte in Betracht. Diese Form des Haarausfalls gilt als gut heilbar.

Kreisrunder Haarausfall

Der Name ist hier Programm. Kreisrunder Haarausfall zeigt eine ganz klare Abgrenzung der kahlen Stellen. Die Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt, zwar wird von Experten eine Autoimmunerkrankung in Betracht gezogen, dies ist jedoch nicht abschließend bewiesen.

Kreisrunder Haarausfall kann sowohl bei Männern, als auch bei Frauen altersunabhängig auftreten, ist allerdings eher eine seltene Form des Haarverlusts.

Chemische Mittel gegen Haarausfall

Medikamente als Mittel gegen Haarausfall

Chemische Mittel und Medikamente sind eine Form der Therapie und als Mittel gegen Haarausfall geeignet. Die gängigsten und wirkungsvollsten Wirkstoffe möchten wir Ihnen nachfolgend kurz vorstellen:

Wirkstoff Minoxidil

Der Wirkstoff Minoxidil ist ein gefäßerweiterndes Mittel, welches als Mittel gegen Haarausfall dazu führt, dass die Haare besser mit Nährstoffen usw. versorgt werden und das Wachstum angeregt wird. Bekannte Produkte mit diesem Inhaltsstoffe gibt es etwa von Regaine, sie werden als Lösung oder Schaum angeboten.

Wirkstoff Finasterid

Bei der sogenannten androgenetischen Alopezie (eine bestimmte Form des anlagebedingten Haarausfalls) wird die Wachstumsphase der Haare verkürzt.

Der Wirkstoff Finasterid stoppt diese Entwicklung, indem er das Enzym Typ-II-Alpha-Reduktase hemmt, welches wiederum für die Entstehung von Testosteron verantwortlich ist.

Ein Produkt, welches diesen Wirkstoff enthält ist etwa das Medikament Propecia, welches zwar keine neuen Haare wachsen lässt, dafür aber weiterem Haarausfall entgegenwirkt.

Für Frauen eignet sich die Einnahme von Finasterid als Mittel gegen Haarausfall jedoch nicht.

Wirkstoff 17-alpha-Estradiol

Der Stoff 17-alpha-Estradiol gehört zur Familie der Östrogene, wirkt jedoch nur sehr schwach. Er hemmt das Enzym 5-alpha-Reduktase, welche aus dem männlichen Hormon Testosteron entsteht und wiederum das sogenannte Dihydrotestosteron produziert. Dieses ist bei beiden Geschlechtern vorhanden und behindert das Haarwachstum.

Der Wirkstoff eignet sich als Mittel gegen Haarausfall für Männer und Frauen, besonders bei hormonellem Haarausfall. Produkte mit diesem Wirkstoff, die im Handel angeboten werden, sind etwa Ell-Cranell oder Pantostin.

Shampoo

Shampoo als Mittel gegen Haarausfall

Shampoos als Mittel gegen Haarausfall sind ebenfalls beliebte Produkte, um die eigene Haarpracht möglichst lange zu behalten. Sie wirken direkt am Ort des Geschehens, sind leicht anzuwenden und kommen in der Regel mit wenig Nebenwirkungen aus.

Beliebte Produkte sind etwa die Shampoos Hair Jazz, Alpecin, Plantur 39 oder das Regenepure Shampoo.

Bei der Anwendung ist oft weniger mehr. Bei der Dosierung reicht i.d.R. eine haselnussgroße Portion vollkommen aus. Achten Sie zudem darauf, dass Sie Shampoo gegen Haarausfall lediglich in die Kopfhaut einmassieren (wichtig: kurz einwirken lassen) und es nicht wie übliche Shampoos bis in die Haarlängen verteilen.

Beliebte Inhaltsstoffe sind etwa Koffein, Biotin oder Keratin, welche wir Ihnen nachfolgend näher erklären:

Koffein-Shampoo

Der Koffein in einem Koffein-Shampoo ist als Mittel gegen Haarausfall dafür zuständig, die Haarfollikel vor dem DHT-Hormon zu schützen und hierdurch Haarverlust entgegenzuwirken. Zudem stimuliert ein hoher Koffeingehalt geschwächte Haarwurzeln und regt hierdurch das Haarwachstum an.

Biotin-Shampoo

Biotin, ein Bestandteil des B-Vitamin-Komplexes, kräftig die Haarfollikel und macht sie gegenüber Einflüssen der negativen Auswirkungen des DHT-Hormons widerstandsfähiger.

Keratin-Shampoo

Unser Haar besteht aus fast 90 Prozent natürlichem Keratin. Logisch, dass bei Haarausfall eine Extraportion äußerlich zugeführtes Keratin nicht schaden kann. Das Eiweiß macht die Haare widerstandsfähiger und elastischer. Hierdurch wird Haarbruch und Haarausfall vorgebeugt.

Haarserum

Haarserum als Mittel gegen Haarausfall

Ein Haarserum als Mittel gegen Haarausfall enthält ähnliche Inhaltsstoffe wie ein Shampoo gegen Haarverlust. Beliebte Inhaltsstoffe sind zum Beispiel Vitamin B, Biotin, Keratin, Mineralien oder Öle wie Jojoba- oder Avocadoöl und natürlich Wirkstoffe wie Koffein oder Biotin.

Ein Haarserum wird meist tröpfchenweise direkt auf die Kopfhaut aufgetragen und einmassiert. Im Gegensatz zu einem Shampoo wird es anschließend nicht direkt ausgespült, sondern muss meist längere Zeit einwirken.

Bekannte Produkte sind etwa die Haarseren Rezilin, Laduti, Panthrix, das Best Hair Haarserum oder Thiocyn.

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Haar-Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel

Natürlich gibt es auch Pillen gegen Haarausfall, hierbei handelt es sich um sogenannte Haar-Vitamine oder spezielle Nahrungsergänzungsmittel, welche den Haarausfall von innen heraus aufhalten sollen.

Sie enthalten meist eine Kombination aus Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen, welche speziell auf lichter werdendes Haar abgestimmt sind. Vor allem Vitamine des B-Komplexes wie Biotin (Vitamin B7), Folsäure (Vitamin B9) oder den Vitaminen A und E sind beliebte Inhaltsstoffe. Zusätzlich enthalten sind zudem Spurenelemente wie Zink oder Eisen.

Wer keine Kapseln schlucken mag, dem bietet der Hersteller SugarBearHair Haarvitamine auch in Form von süßen Gummibärchen. Ganz klassische Supplemente sind hingegen etwa die Produkte Priorin, Hairpexin oder Pantovigar.

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Hausmittel / pflanzliche Mittel

Natürliche Mittel gegen Haarausfall punkten bei der Therapie durch eine gute Verträglichkeit, einen unschlagbar günstigen finanziellen Einsatz und der einfachen Anwendung zu Hause.

Dabei müssen Omas Mittel gegen Haarausfall weder kompliziert sein, noch exotische Inhaltsstoffe enthalten.

Beliebte Hausmittelchen sind etwa Aloe Vera, Kaffee, Brennnessel, Apfelessig, Kokosöl oder Bier.

Aloe Vera

Der Saft der Aloe Vera Pflanze versorgt die Kopfhaut mit Feuchtigkeit, die enthaltenen Vitamine und Mineralien wirken zusätzlich heilend und beruhigend auf gestresste Haarfollikel. Zudem gilt Aloe Vera als Mittel gegen Haarausfall als echte Wunderwaffe. 

Kaffee/Koffein

Kaffee wirkt gegen Haarausfall durch das enthaltene Koffein. Als Hausmittel empfiehlt es sich, kalten Kaffee oder Kaffeesatz sanft in die Kopfhaut einzumassieren und nach einer kurzen Einwirkzeit wieder auszuspülen.

Brennessel

Brennnessel enthält die Vitamine A, C, Magnesium, Eisen, Calcium und Silizium. Sofern dem Haarausfall ein Nährstoffmangel zugrunde liegt ist Brennnessel also das Mittel gegen Haarausfall der Wahl.

Eine altbewährte Methode ist etwa die Kopfhautmassage mit einer Brennesel- und Essigtinktur, welche die Durchblutung und die Aktivität der Haarfollikel anregen.

Apfelessig

Apfelessig als Mittel gegen Haarausfall gleicht den körpereigenen Säure-Basen-Haushalt aus und fördert hierdurch das gesunde Haarwachstum. Für eine Spülung mit Apfelessig verdünnen Sie den Essig in einem Verhältnis von eins zu fünf und spülen Ihre Kopfhaut und Haare mit dieser Mischung. Eine Einwirkzeit von fünf bis zehn Minuten reicht vollkommen aus.

Aber auch eine Mischung aus Zwiebelsaft, Branntweinessig und Honig soll ein wirksames Shampoo zur Haarkräftigung ergeben und ist ein beliebtes Hausmittel als Mittel gegen Haarausfall. 

Kokosöl

Kokosöl wirkt antientzündlich und pilzabtötend. Als Mittel gegen Haarausfall aufgrund eines übersäuertem Kopfhaut-Milieus oder Aufgrund von Kopfhautpilzen kann eine Kokosölbehandlung also gute Dienste leisten.

Massieren Sie hierzu das Öl in Ihre Kopfhaut ein und lassen es dreißig Minuten einwirken. Waschen Sie Ihr Haar anschließend aus.

Aber auch innerlich kann das Öl gegen Haarausfall wirken. Für eine Kokosöl-Kur gegen Haarausfall nehmen Sie täglich ein oder zwei Teelöffel Kokosöl auf nüchternen Magen ein.  

Bier

Das in Bier enthaltene Vitamin B begünstigt ein gesundes Haarwachstum. Als wöchentliche Haarspülung als Mittel gegen Haarausfall angewandt reduziert Bier hierdurch Haarausfall, indem es die Haarfollikel versorgt und irritierte Kopfhaut beruhigt.

Letzter Ausweg: Haartransplantation

Haartransplantation gegen Haarausfall

Last, but not least: Wenn alle Versuche, dünner werdendes Haar zu bekämpfen, scheitern, kommt als letzter Ausweg oftmals nur noch eine Haartransplantation in Betracht.

Insbesondere bei genetischem Haarausfall, welcher bereits weit fortgeschritten ist oder wenn Haarfollikel durch die Art des Haarausfalls komplett zerstört sind, eignet sich diese Therapieform.

Bei einer Haartransplantation werden Haarfollikel in die eigene Kopfhaut verpflanzt. Dabei werden funktionierende Follikel dem eigenen Kopf entnommen und an anderer, kahler Stelle, auf dem Kopf wieder präzise in die Haut verpflanzt. Wenige Monate später wachsen an diesen Stellen im Idealfall wieder neue Haare.

Haarverpflanzungen sind sicherlich sehr effektiv und für viele Betroffene der letzte Ausweg, aber der Eingriff birgt auch gewisse Risiken in sich und ein Erfolg ist nicht garantiert. Bedenken Sie außerdem, dass auch die aufwendig und teuer verpflanzten neuen Haarfollikel nicht vor Haarausfall gewappnet sind.

Beachten Sie: Eine Voraussetzung für eine Haartransplantation ist genügend eigenes Spenderhaar!

 

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